Seit der Gründung der Eidgenossenschaft 1291 bzw. seit der Gründung des modernen Bundesstaates 1848 ist nach der finanzwissenschaftlichen Doktrin das Steuersystem mit der föderalistischen Staatsstruktur gewachsen. Dank diesem innländischen Steuerwettwerbs und der rigorosen Ausgabenpolitik gehört die Schweiz zu den attraktivsten Steuerstandorten der Welt.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Quelle: BAK Basel, BAK Taxation Index 2009, EATR (effektive Durchschittsbelastung) in Prozent für Unternehmen

 

 

Aber nicht nur bei Unternehmen gehört die Schweiz zu den attraktivsten Ländern, auch Privatpersonen profitieren von der hervorragenden Lebensqualität und den günstigen steuerlichen Bedingungen.

 

 

 

 

 
 
 

Quelle: BAK Basel, BAK Taxation Index 2009, Einsatz hoch qualifizierter Arbeitskräfte, verfügbares Einkommen CHF 150k, alleinstehender Arbeitnehmer, in Prozent für natürliche Person
 

 

 

Diese föderalistische Struktur innerhalb der Schweiz zeichnet sich dadurch aus, dass neben dem Bund auch alle 26 Kantone eingene Steuergesetze haben und auch rund 2'800 Gemeinde befugt sind, kommunale Steuern zu erheben. Dadurch ergeben sich je noch Wohn- oder Firmenstandort sehr grosse Unterschiede bei den fiskale Abgaben.

 
 

Beispiel: Steuerbelastung auf Kantons- und Gemeindeebene (exkl. Bunessteuer) bei einer Aktiengesellschaft mit CHF 2 Millionen Kapital und CHF 160'000 Reingewinn

 
 

Beispiel: Steuerbelastung auf Kantons- und Gemeindeebene (exkl. Bundessteuer) bei einer Familie (Ehepartner und zwei Kinder) bei einem Bruttoarbeitseinkommen von CHF 150'00

Quelle: Eidgenössische Steuerverwaltung, 2008



Bei diesen Rechenbeispielen ist darauf zu achten, dass es sich um die durchschnittliche Belastung im jeweiligen Kanton handelt. So befindet sich z. Bsp. der Kanton Schwyz bei den juristischen Personen im Mittelfeld, würde man aber nur die Gemeinde Wollerau im Kanton Schwyz berücksichtigen, so wäre diese klar als einer der steuergünstigsten Ortschaften der Schweiz zu werten. Im weiteren sind auch die Progressionsverhältnisse, die Pauschalabzüge und viele weitere Faktoren bei einer detailierten Steuerplanung zu berücksichtigen.

 

Unabhängig von den kantonalen gesetzgebungen sind jedoch einige zwingende Grundsätze in der Bundesverfassung verankert:

    Grundsatz der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV)
    Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 und 94 bis 107 BV)
    Grundsatz der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV)
    Grundsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 15 BV)
    Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127, Abs. 3 BV)
    Verbot ungerechtfertigter Steuerabkommen (Art. 129, Abs. 3 BV)

 

Folgende Steuerhoheiten und -arten kennt das Schweizer Steuersystem:

 
 

Neben der genannten "ordentlichen" Besteuerung kennt das Schweizer Steuersystem viele Steuerprivlegien, so z. Bsp. die Pauschalbesteuerung für Privatpersonen oder das Holdingprivileg für Unternehmen.

Trotz der Fülle der verschiednen Steuerarten gilt die Schweiz als Tiefsteuerland. Zu beachten ist aber, dass nicht der Median für das hervorragende Abschneiden der Eidgenossenschaft bei den Steuer- und Investitionsvergleichen ist, sondern einzelne Gemeinden und Kantonen wie Schwyz oder Zug diesen Premiumplatz ermöglichen.

 

Unbeschränkte Steuerpflicht von natürlichen Personen:

Natürliche Personen mit steuerrechtlichem Wohnsitz/Aufenthalt in der Schweiz sind grundsätzlich unbeschränkt in der Schweiz für Ihr "Welteinkommen" steuerpflichtig (Art. 3 Abs. 1 DBG, Art. 3 Abs. 1 StHG), mit Ausnahme von Grundstücken oder Betriebstätten, welche sich im Ausland befinden (Art. 6 Abs. 1 / Art. 7 Abs. 1 DBG). Für diese Erträge herrscht eine Freistellung unter Vorbehalt der Progressionswirkung.

Zu beachten ist, dass gemäss Rechtssprechung der zivilrechtliche und steuerrechtliche Wohnsitz nicht gleichzusetzen ist. Reicht für die Begründung eines zivilrechtlichen Wohnsitzes in den meisten Fällen schon die Hinterlegung des Heimatscheines bei der Gemeinde, sind die Erfordernisse für die Zementierung eines steuerlichen Wohnsitzes wesentlich höher. Einer der vielen Grundvoraussetzungen ist dabei die Absicht des dauernden Verbleibes in der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 DBG). Zwar kann schon durch die 30-, 60- oder 90 Tage Regelung ein qualifizierter Aufenthalt begründet werden, dieser hat jedoch nicht zwingermassen eine unbeschränkte Steuerpflicht zur Folge.

 

Unbeschränkte Steuerpflicht für juristische Personen

Hat ein Unternehmen ihren Sitz oder die tatsächliche Verwaltung in Schweiz (Art. 50 DBG, Art. 20 Abs. 1 StHG), so ist diese für die in der Schweiz erzielten Gewinne und für das in der Schweiz gelegene Kapital (nicht physisch zwingend) unbeschränkt in der Schweiz steuerpflichtig. Gewinne welche über im Ausland gelegene Betriebsstätten oder Grundstücke erwirtschaftet werden, sind unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehaltes in der Schweiz nicht steuerpflichtig (Art. 54 Abs. 4 DBG). Zu beachten ist, dass die reine Verwaltung im administrativen Sinne (Buchhaltung etc.) gemäss Rechtssprechung nicht zwingend eine unbeschränkte Steuerpflicht auslöst, sondern entscheidend ist die tatsächliche Geschäftsführung, also dort, wo die Handlungen, welche in ihrer Gesamtheit der Erreichung des statutarischen Zweckes dienen, vorgenommen werden. Dies gilt nicht nur im internationalen Verhältnis, sondern hat auch innerhalb der Schweiz bei interkantonalen Konstellationen Gültigkeit.

 

Selbstverständlich bestehen auch Qualifikationen mit beschränkter Steuerpflicht, so z. Bsp. bei einer Betiebsstätte, einer Zweigniederlassung oder bei Grundstücken (Art. 6 Abs. 2 bzw. Art. 52 Abs. 2 und 4 DBG).