Die Genossenschaft hat in der Schweiz eine jahrhundertlange Tradition, auch aus verfassungsgeschichtlicher Betrachtung ist der Genossenschaftsbegriff für die Eidgenossenschaft von Bedeutung.

Der Grundgedanke der Genossenschaft ist die "Selbsthilfe", so wurde die heute grösste Genossenschaft der Schweiz "Migros" von Gottllieb Duttweiler 1925 mit dem Gedanken zur günstigen Beschaffung von Lebensmitteln für die unteren Bevölkerungsschichten geschaffen. Heute gehört die "Migros" mit 1,9 Millionen Genossenschaftern neben "Coop" mit 2,2 Millionen Genossenschaftern zu den grössten Genossenschaften der Schweiz. Die Förderung und Sicherung wirtschaftlicher Interessen iherer eigenen Mitglieder ist also ein wesentlicher Bestandteil des Leitgedankens. In der Schweiz bestehen zur Zeit etwa 13'000 Genossenschaften.

Das "Kopfstimmenprinzip" kann sich aus unternehmenstechnischer Sicht negativ auswirken und Transaktionen/Mutationen sehr verlangsamen. Anderseits wird durch dieses System die Transparenz gefördert und Konkurrenzeinflüsse werden ausgeschlossen.

Zur Gründung einer Genossenschaft sind mindestens sieben Mitglieder und drei Vorstände (gemäss Obligationenrecht "Verwaltung" genannt) nötig, die Mehrheit der Vorstände müssen auch Genossenschafter sein. Der Art. 895 OR, in welchem noch Vorschriften im Zusammenhang mit der Nationalität vorhanden waren, wurde anlässlich der Gesetztesrevision mit Wirkung vom 01. Januar 2008 aufgehoben.

Ein bestimmtes Gesellschaftskapital ist nicht nötig. Bei mehr als 300 Mitgliedern kann statt einer Generalversammlung in den Statuten auch eine Deligiertenversammlung vorgesehen werden.

Einerseits kann die Genossenschaft unter Umständen steuerlich priviliegiert behandelt werden, anderseits sind aber Dividendenausschüttungen an Genossenschafter sehr umständlich.


Vorteile

 
  • hohe interne Transparenz

  • fixes Stimmerecht (pro Kopf)

  • kann Steuerprivilegien geniessen

Nachteile

 
  • grosse Trägheit

  • für Gründung sieben Genossenschafter nötig

  • umständliche Dividendenausschüttung

  • Hoher Verwaltungsaufwand


Rechtsnatur

 

Juristische Person, Körperschaft, Personenvereinigung

Gesetz

 

Art. 828 ff. OR

Name

 

Frei wählbar, bei Familienamen muss der Zusatz "Genossenschaft" erwähnt werden.

Anzahl Gründer

 

mindestens 7

Kapital

 

keine Mindestkapital

Organisation

 

1) Generalversammlung
2) Vorstand (Verwaltung, bestehend mind. aus drei Mitgliedern)
3) Revisionsstelle (gemäss Bestimmungen der Aktiengesellschaft)

Haftung

 

Vermögen der Genossenschaft, Statuten können Nachschusspflichten der Genossenschafter vorsehen.

Steuern

 

Genossenschaft verantwortlich für Kapital und Gewinn, kann unter Umständen steuerpriviliegiert behandelt werden.

Geschäftsführung

 

Durch Vorstand, wenn nicht an Dritte delegiert.

Wohnsitzvorschriften

 

Die Mehrheit des Vorstandes muss des Schweizer Bürgerrecht besitzen.


 

 

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